Reise mit Unikat-Charakter: Naumburg an der Saale begeistert Kulturliebhaber

Von Chris06Eigenes Werk, CC0, Link

Die Domstadt Naumburg hat zahlreiche historische Unikate zu bieten. Allem voran die bekannte Stifterfigur Uta im Naumburger Dom, der als UNESCO-Welterbe jährlich tausende Besucher anlockt. Während man von der ehemaligen Türmerwohnung der Wenzelskirche den besten Ausblick über die Domstadt genießt, entführen die Klänge der barocken Hildebrandt-Orgel Besucher auf musikalische Zeitreisen. Wandelt man auf den kulturellen Pfaden in die jüngere Vergangenheit, führt der nächste Halt in das kleinste Stadttheater Deutschlands, zur 1885 gegründeten Bürstenmacherei Steinbrück oder zur Straßenbahn „Wilde Zicke“, die in DDR-Oldtimerwagen den Charme Naumburgs auf historischer „Schiene“ erfahrbar macht.

Die Kunst- und Kulturlandschaft der Domstadt wurde jüngst um einige weitere Unikate bereichert. Nach mehrjähriger Restaurierung ist im Juni 2019 der frühbarocke Bilderzyklus des italienischen Malers Francesco Albani (1578-1660) in die Kirche St. Moritz zu Naumburg zurückgekehrt. Viele Jahre hat dieses Projekt den Förderverein und die Kirchengemeinde Naumburg beschäftigt. Das erste Gemälde, „Die Maria“, konnte im Oktober 2016 im restaurierten Zustand gezeigt werden. 2017 widmete sich die Ausstellung „Die Italiener von Naumburg“ im Marktschlösschen der Initiative und der Arbeit an den insgesamt 15 Gemälden, die neben der Gottesmutter zudem Christus, Johannes den Täufer sowie die zwölf Apostel zeigte.

Es fällt schwer, die Augen von den 15 Gemälden abzuwenden. Der Betrachter staunt – ob der strahlenden Farben und der Präsenz der dargestellten Figuren. Während bekannt ist, welchen Weg die Bilderreihe aus der bedeutendsten Kunstsammlung ihrer Zeit, die der Gebrüder Giustinani, genommen hat, ist ein Fakt noch recht unklar. „Wir wissen nicht, für welche Kirche der Zyklus ursprünglich gemalt wurde und in welcher Reihenfolge die einzelnen Bilder einst gehangen haben“, so Guido Siebert, Vorsitzender des Fördervereins der Moritzkirche. Auch die Restauratorin Andrea Himpel, war sehr erstaunt, welchen weiten Weg der Zyklus genommen hat. An den Spuren auf der Rückseite der Bilder lässt sich dieser sehr gut nachvollziehen“, so die Hallenserin.

Die Moritzkirche ist noch bis 22. September 2019, jeden Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr öffentlich zugänglich. Nach Voranmeldung sind auch Besichtigungen und Führungen außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

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