Das Technik Museum Speyer stellt sich vor

Fotos: Technik Museum Speyer

Das Technik Museum Speyer hat seinen Ursprung im Technik Museum Sinsheim. Als zu Beginn der 1990er Jahre die Erweiterungsmöglichkeiten in Sinsheim fast erschöpft waren, ergab sich die einmalige Gelegenheit, im Zentrum von Speyer auf dem Gelände der ehemaligen Pfalz-Flugzeugwerke ein zweites Museum, das Technik Museum Speyer, zu errichten. Als Ausstellungshalle diente zunächst die „Liller Halle“, eine denkmalgeschützte Industriehalle aus dem Jahr 1913, in der heute insbesondere Oldtimer, Motorräder, Flugzeuge und historischer Feuerwehrfahrzeuge gezeigt werden. Derzeit verfügt das Museum über mehr als 25.000 m2 überdachte Hallenfläche und 150.000 m2 Freigelände.

Durch das riesige Freigelände bot das neue Museum die Möglichkeit, den Besuchern außergewöhnliche Großexponate zu präsentieren. Den Anfang machte 1993 die U9, ein Unterseeboot der Bundesmarine mit einer Länge von 46 Metern und einem Gewicht von 466 Tonnen. 1999 folgte eine Antonov 22, das bis heute größte in Serie gebaute Propellerflugzeug der Welt mit einer Spannweite von 64 Metern und einer Länge von 58 Metern. Geschichte schrieb das Museum im Jahr 2003, als auf dem Museumsgelände eine Boeing 747 „Jumbo Jet“ der Lufthansa auf einem riesigen Stahlgerüst aufgebaut wurde. Der „Jumbo Jet“ im Technik Museum Speyer ist bis heute das einzige Flugzeug dieser Art das zerlegt, an einen Ort außerhalb eines Flugplatzes transportiert und wieder zusammengebaut wurde. Spektakuläre neue Großexponate erweitern seit 2011 die Marineausstellungen des Technik Museum Speyer: der Seenotkreuzer John T. Essberger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, das Schleppschiff „Glarus“ sowie ein Feuerlöschboot der Mannheimer Feuerwehr. Im April 2011 landete ein Transall Transportflugzeug der Bundeswehr in Speyer und bereichert seit dem die große Flugzeugsammlung des Museums.

Im Jahr 2000 wurde auf dem Gelände des Technik Museum Speyer in einem historischen Gebäude, in dem einst die Verwaltung der Pfalz Flugzeugwerke untergebracht war, das Museum Wilhelmsbau eröffnet. Auf vier Stockwerken mit ca. 3.000 m2 Ausstellungsfläche zeigt dieses „Museum im Museum“ u. a. mechanische Musikinstrumente, Moden des 18. und 19. Jahrhunderts, Künstlerpuppen, historische Waffen und Uniformen. Eine besondere Attraktion ist das „Lindenstraße Zimmer“ mit vielen Ausstellungsstücken rund um die beliebte Fernsehserie.

Den vorläufigen Höhepunkt der Museumsgeschichte markiert der Erwerb eines russischen BURAN Raumgleiters, dem Gegenstück zum amerikanischen Space Shuttle. Der Transport des russischen Shuttles im Frühjahr 2008 von Bahrain über das offene Meer nach Rotterdam und von dort auf einem Ponton rheinaufwärts nach Speyer war ein Medienereignis ersten Ranges. Um das Shuttle den Museumsbesuchern angemessen präsentieren zu können, wurde auf dem Museumsgelände in Speyer eigens eine neue Halle errichtet. Das Gebäude hat eine Länge von 85 Metern, eine Breite von 75 Metern und eine Höhe von bis zu 22 Metern. Die Gesamtausstellungsfläche auf drei Ebenen beträgt ca. 9.000 m2. Außerhalb von Russland und Amerika ist die BURAN in Speyer der einzige Raumgleiter, der in einem Museum besichtigt werden kann.

Neben der BURAN präsentiert das Technik Museum Speyer in der neuen Halle gemeinsam mit der SPACE CONSULT die Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“. Diese Ausstellung dokumentiert die spannende Entwicklung der bemannten Raumfahrt anhand einzigartiger Exponate. Von Raumanzügen über Weltraumnahrung bis zu einer Toilette, die auch in der Schwerelosigkeit funktioniert, ist alles zu sehen, was mit der Weltraumfahrt zusammenhängt. Des Weiteren ist es dem SPACE CONSULT gelungen, vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das originale Trainingsmodul des Weltraumlabors SPACELAB zu erhalten. Vom Raumfahrt-Unternehmen EADS Astrium kam ein 1:1 Modell des ISS Moduls COLUMBUS und von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ein 1:10 Modell der Internationalen Raumstation ISS ins Museum. Im Mai 2010 wurde die Ausstellung um ein neues, besonders spektakuläres Exponat ergänzt: die original Landekapsel der Sojus Mission TM 19, mit der der deutsche Astronaut Ulf Merbold im Jahr 1994 von der russischen Raumstation Mir zurück zur Erde flog.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des ersten bemannten Raumflugs wurde die Raumfahrtausstellung Anfang 2011 wesentlich erweitert und zeigt jetzt zusätzlich 60 Informationstafeln sowie mehr als 100 Ausstellungsstücke zur Geschichte der bemannten sowjetisch/russischen Raumfahrt. Ein besonders interessantes Exponat ist eine originalgetreue 1:1 Replik des Wostok Raumschiffs, mit dem Juri Gagarin 1961 als erster Mensch in den Weltraum flog.

Im Juni 2013 konnte der Raumfahrtausstellung mit dem Ausstellungsbereich „Der Mond“ ein weiteres Highlight hinzugefügt werden. Auf einer nachgebildeten Mondoberfläche wird hier die Geschichte der Mondlandungen dargestellt. Zu sehen sind neben ausführlichen Informationstafeln unter anderem originalgetreue Replikas der Apollo 11 Mondfähre „EAGLE“, des Mondautos „Lunar Roving Vehicle“ (LRV), welches bei den Apollo 15 – 17 Mondlandungen zum Einsatz kam, sowie von Raumanzügen, wie sie von Eugene A. „Gene“ Cernan, Apollo 17 Kommandant (CDR), und Harrison H. „Jack“ Schmitt, Apollo 17 Pilot der Mondfähre(LMP)getragen wurden. Das absolute Glanzstück der Ausstellung ist jedoch ein Stück Mondgestein, das am 1. August 1971 von den Astronauten Dave Scott und Jim Irwin, an der Station 4 der zweiten Apollo 15 Exkursion, von einem Basalt-Felsblock im Hadley-Apenninen Landegebiet abgeschlagen wurde. Das Technik Museum Speyer ist deutschlandweit die einzige Einrichtung, die einen Original Mondstein in detailgetreuer Kulisse und mit fundierten Informationen ausstellt.

Weitere Highlights in der Raumfahrthalle sind wechselnde Sonder¬aus¬stellungen insbesondere aus dem Automobilbereich sowie die permanente Motorradausstellung – eine Münch-Ausstellung mit 26 Exemplaren des legendären „Mammut“ aus der Werkstatt des deutschen Motorradkonstrukteurs Friedel Münch.

Das IMAX DOME Kino im Technik Museum Speyer

Das 1997 im Technik Museum Speyer eröffnete IMAX DOME Kino ist das einzige Filmtheater dieser Bauart in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Kinos wird der Film im IMAX DOME nicht auf eine flache Leinwand, sondern auf eine riesige Kuppel projiziert. Die im stündlichen Wechsel gezeigten Filme sind optimal auf diese Technik abgestimmt. Sie garantieren ein Filmerlebnis, das kein anderes Kino bieten kann.

Die Kuppel des IMAX DOME hat einen Basisdurchmesser von 24 Metern und eine Fläche von annähernd 1000 m2. Damit die Bilder trotz der riesigen Leinwand gestochen scharf bleiben, verwendet IMAX ein besonders großes Filmformat, das 14 Mal größer ist als der sonst übliche 35 mm Kinofilm. Für ein angemessenes Klangerlebnis sorgt ein gigantisches 6-Kanal-Tonsystem mit 22.000 Watt Leistung und einem Subbass-System, das die Filmhandlung körperlich spürbar macht.

Die im IMAX DOME gezeigten Filme sind unterhaltsam und informativ zugleich. Sie entführen die Besucher an Orte, die sie sonst nicht oder nur schwer erreichen können, und zeigen in faszinierenden Bildern die Schönheit der Natur und spannende Abenteuerreisen. Die Filmdauer beträgt ca. 45 Minuten.

Allgemeine Informationen

Organisation
Das Museum wird seit der Gründung vom gemeinnützigen Auto & Technik Museum e.V. getragen, dem über 2.500 Mitglieder aus der ganzen Welt angehören. Die Finanzierung erfolgt allein aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Eintrittsgeldern. Alle Überschüsse werden zum Ausbau des Museums verwendet. Mitglied im Förderverein kann jeder werden, der sich für Technik interessiert und das Museum unterstützen möchte. Auch Firmen und Institutionen sind willkommen.

Sonderausstellungen und Fahrzeugtreffen
Jedes Jahr werden im Technik Museum Speyer zahlreiche Sonderausstellungen, Fahrzeugtreffen und andere Veranstaltungen durchgeführt. Eine jährlich wiederkehrende Traditionsveranstaltung ist der BRAZZELTAG, das Corvette & Friends-, das Lanz Bulldog- sowie das Science Fiction Treffen. Darüber hinaus nutzen zahlreiche Vereine das Museum für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden sich auf der Homepage des Museums.

Anreise
Das Technik Museum Speyer ist über die Autobahn A61 (Koblenz-Speyer) leicht zu erreichen. Das Museum befindet sich im Zentrum von Speyer, nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt. Von den Autobahnausfahrten „Speyer“ sowie „Speyer/Hockenheim“ führt die Beschilderung Richtung Speyer bzw. „Dom/Museen“ direkt auf den großen PKW- und Busparkplatz des Museums. Das Technik Museum Speyer liegt innerhalb des VRN-Verbundgebiets. Vom Hauptbahnhof Speyer fährt ein Shuttle-Bus direkt zum Museumsgelände.

Pauschalangebote, Übernachtungsmöglichkeiten und Event-Service
Besonders günstig wird der Museumsbesuch durch das Kombi-Ticket, das den Eintritt in das Museum und in einen IMAX-Film beinhaltet. Für Übernachtungen steht das Hotel Speyer am
Technik Museum mit angeschlossenem Caravan-Stellplatz direkt auf dem Museumsgelände zur Verfügung. Für Kurzreisen bietet das Museum mehrere Pauschalangebote, die den Museumsbesuch einschließlich Übernachtung beinhalten. Diese können über den Internet-Shop gebucht werden. Des Weiteren gibt es Pauschalangebote für Besuchergruppen und Reiseveranstalter. Für Veranstaltungen jeder Art und Größe steht ein professioneller Event-Service zur Verfügung.

Öffnungszeiten
Das Technik Museum Speyer ist 365 Tage im Jahr von 9-18 Uhr geöffnet (an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen von 9 bis 19 Uhr, am 24. und 31. Dezember jeweils verkürzte Öffnungszeiten).

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